Dienstag, 2. August 2011

Ein Rotkäppchen dreht auf

Bescheidenheit ist eine Zier ... nun, ja, meine Schwimmkünste sind bescheiden - Hier beim Jedermann-Triathlon in Mörfelden werde ich wohl nicht als Letzter dem Bade entsteigen, aber ob viel dran fehlt wird sich noch zeigen. Den schnellen Schwimmern mit den weißen Badekappen geben wir mal 5 Minuten Vorsprung, dann erfolgt der Startschuß für uns Rotkäppchen. Ich stehe auch hier nicht in der ersten Reihe, ohne besondere Hast steigen wir in den Walldorfer See, und schlagen fast alle eine angenehmes Tempo für den Bruststil an. Ich bin etwas erstaunt, dass hier wirklich fast alle Brust schwimmen, und ich mich gut im Feld halten kann. Ein Schwimmer fängt mehrfach an zu Kraulen und verliert nach wenigen Schlägen die Richtung. Ein Grund mehr keine Experimente zu wagen. Als wir um die Badeinsel herumschwimmen, staune ich nicht schlecht, wie weit das rettende Ufer entfernt ist. Wer auf den See hinausschwimmt, muss halt auch wieder zurück. Auf den letzten Schwimmmetern schaffen einige noch einen Endspurt, ich bin nur froh die 500 Meter geschafft zu haben. Es sind gar nicht so wenige, ich hinter mir lasse. Ein Uhr ist hier nicht, erst später gibt's die Schwimmzeit mit 13:38, sogar etwas schneller, als wenn ich meine 50 Meter-Bahnen ziehe.
Jetzt geht's zum Rad. Das Ufer ist sandig, Uwes Tipp ein Handtuch für die Füße bereitzulegen, zahlt sich aus. Nach den Erfahrungen in Bad Homburg liegt in einem Schuh die Brille und im andern die Uhr. Nummer obendrauf, irgend etwas Wichtiges zu vergessen ist so unmöglich. Dazu gönne ich mir schon für die Radstrecke Socken, was noch einmal "wertvolle" Sekunden kostet. Einmal auf dem Rad beginnt meine Kür, soweit hinten wie ich im Feld bin, rolle ich alles auf, was kommt. Ich fahre auch schon mal in dritter oder vierter Reihe und links an Verkehrsinseln vorbei (Die Strecke ist nicht für Autos gesperrt) Bei Kurven und Kreisverkehren kurz aus dem Sattel, wo es geht auf die Tria-Ausleger, die ich erst einmal probegefahren habe. Bei km 10 habe ich einen 35km/h-Schnitt, und befürchte "Das ist ist vielleicht etwas zuviel des Guten" Ich bleibe aber auf diesen Schnitt, bis ich auf Klaus treffe. Der hat nicht nur seinen Namen auf dem Gesäß stehen, sondern ist, als erster überhaupt, etwas schneller als ich unterwegs. Da beiße ich mich fest. Kurz vor dem Ziel werden noch eine Dreier-Gruppe. Als wir auf die Wechselzone zufahren, sehe ich jemanden mein Bad Homburger Kunststück mit dem Hinterrad vorführen. Ich bremse diesmal etwas sachter und lasse beide Räder auf dem Boden. Laufschuhe an, es folgt das Schaulaufen. Ich komme ganz gut in Fahrt. Der berühmte Rad-Lauf-Wechsel-Schock kommt bei mir ein paar Minuten später, bleibt auch nicht allzu lange. Kurz nach Kilometer 1 kommt mir Uwe entgegen, das ist zu früh. Obwohl ich vorher gesagt habe, dass er schneller sein würde als ich, hätt' ich doch gerne unrecht gehabt. Dennoch ziehe ich weiter unverdrossen durchs Feld und überhole einen nach dem anderen. Ich komme mir seltsam unbeweglich vor, aber für knapp unter 4 Minuten pro Kilometer reicht es gerade noch. So komme ich nach 1:11:15 ins Ziel, verfehle ganz knapp das erste Drittel aller Teilnehmer. Die Einzelplatzierungen unter den 325 Männern: 282. Schwimmer, 139. Radfahrer und 28. Läufer. Das Defizit ist nur allzu deutlich, überrascht aber nicht - Ich bin ja schon dran, so schnell geht's halt nicht mit der Schwimmerei.
Bilder von der Veranstalterseite www.moewathlon.de

Kommentare:

  1. Starke Vorstellung-mal wieder. Und hey-wer braucht schon schnell zu schwimmen wenn man so gut laufen udn radfahren kann ;-)
    Und wenn du jetzt wieder deine Kilometer in unserem Kilometerspiel eintragen würdest-das wäre perfekt. Hier ist schon mal der Link-falls du ihn verlegt haben solltest ;-)

    http://www.kmspiel.de/2011/team.php?gid=1579&sid=0a0ca5b504fb42516f8c263fc524c6bf

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  2. Für den ersten "richtigen" Triathlon ist die Zeit doch eine Superleistung. "Was dem einen sein Laufen ist dem anderen sein Schwimmen", möchte ich an dieser Stelle einen Ex-Triathlonprofi zitieren. Uns geht es wohl ähnlich, mit jeweils umgekehrten Vorzeichen. Freuen wir uns gemeinsam auf Köln, da schlägt das Lauf-Imperium in Form von Darth Baudek zurück. Hoffentlich laufe ich Dir da nicht zu lange im Weg rum.

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