Sonntag, 11. Juli 2010

Nuller-Woche

Der Hunderter hat mir mehr zugesetzt als ich gedacht habe. Als die Achilles-Sehne schmerzte, muss ich wohl irgendwie meine Haltung geändert haben, jedenfalls tat mir am folgenden Tag das Knie ganz schön weh. Dazu kommt, dass ich mich insgesamt ziemlich ausgepowert fühlte, und auch die Hitze in dieser Woche meine Lauflust nicht anfachen konnte. So habe ich das getan (zumindest halbwegs), was ich immer wieder anderen predige, auf mich selber aber nicht so gerne anwende: "Warte erstmal bis alles ordentlich ausgeheilt ist." Gestern kam ich wieder schmerzfrei die Treppe herunter, heute habe ich die Laufschuhe geschnürt. Auf Asphalt merke ich noch den Druck im Knie. Ich wollte unterwegs entscheiden ob's 10 oder 12 km werden. Am Ende waren es 18, ging ja insgesamt ganz gut.

Sonntag, 4. Juli 2010

Durststrecke

Das war mal wieder richtig 'was für Hartgesottene. Der diesjährige Thüringen-Ultra am bisher heißesten Tag des Jahres. - Und Gerald natürlich auf der 100km-Strecke unterwegs: Schon beim Start in Fröttstätt um 4:00 ist es recht warm, die Luft ist sehr trocken, es geht ein leichter Wind. Nach dem Start wird richtig toller Betrieb gemacht. Mit deutlich unter 4:30 geht es zur Sache. Um nicht gleich den Anschluss zu verlieren, laufe auch ich etwas schneller los als geplant. Der erste 5km-Abschnitt unter 25 Minuten, es sollte der einzige bleiben. Bereits nach 3 km verspüre ich Durst, die erste Verpflegung kommt bei km 10. Etwas nach km 10 kommt der erste deftigere Anstieg, "keine Scheu vor Geh-Pausen" lautet mein Motto, uns so wird's auch gemacht. Zwei weitere Läufer schließen zu mir auf, und gemeinsam erreichen wir die die erste Zeitnahme bei km 25. Hier ist auch der Start der 75 km Läufer, wir kommen gerade an, als diese 5 Minuten unterwegs sind. So kann ich nach ein paar Kilometer einige Leutchen überholen, allerdings keine 100er, wenn ich solche treffe, haben diese eher die Angewohnheit mich zu überholen. Soviel wie nötig, kann ich gar nicht trinken, spätestens drei Kilometer nach der Versorgung lechze ich schon wieder nach frischem Nass. Dabei ist es immer noch früher Morgen. Dazu meckert jetzt die Achillessehne beim Bergauflaufen, was die Geh-Pausen weiter vergrößert. Kurz nach km 40 dann endlich mal ein längeres Stück bergab, wo ich es rollen lassen kann. Erstaunt stelle ich fest, dass für die ersten 50 Kilometer doch eine ordentliche Zeit, nämlich 4 Stunden 33 zustande gebracht habe, die zweiten 50 sind aber deutlich schwerer, Gleich hinter der zweiten Zwischenzeitnahme geht es in die schwerste Steigung des Laufes. 300 und ein paar Höhenmeter 'rauf bis zu der, vom Rennsteig-Lauf bekannten Ebert-Wiese, diesmal jedoch ohne Verpflegung. Stattdessen noch einmal 8 Kilometer ohne die Gelegenheit, mich zu erfrischen. Weit ist der Weg Tambach-Diepharz, Wo ich als erstes meinen Kopf in eine bereitstehende Wanne versenke. Noch ein bisschen Auf und Ab, ein bisschen Gehen, ein bisschen Laufen und ich erreiche die letzte Zwischenzeit. Hier treffe ich Frank, der den 75er Laufen wollte, sich aber lieber die letzten 25 Kilometer spart. Stattdessen hat er sich bereits eine Rückfahrt organisiert und beendet gerade sein zweites Köstritzer. Dadurch inspiriert, fülle ich meine halbe Cola mit Gerstensaft auf, und habe das Gefühl, dass ich das recht gut vertrage, schmecken tut's mir so wie so. So mache ich mich denn mit noch zwei weiteren Bierchen mit Schuss an die letzte Steigung. Ab Kilometer 85 ist der Thüringer Wald zu Ende, Schatten wird absolute Mangelware, stattdessen Temperaturen jenseits der 35 Grad auf staubiger Piste. Immerhin jetzt alle 4 bis 5 Kilometer Verpflegung, ich bleibe meinem neuen Lieblingsgetränk treu. Die Verpflegungstelle bei km 95 ist schon von weitem zu hören. Laute Musik, eine Chearleader-Truppe, ein Sprecher verkündet meine Vita samt 100km-Bestzeit. Irgend jemand, den das interessieren könnte ist nicht anwesend. So, noch die letzten Kilometer über glühenden Asphalt, "Achilles-Sehne schweig stille, wir sind ja gleich da", und so ist es auch. 10:10:56 verbucht die Zeitnahme bei meinem Zieleinlauf, immerhin 12. Platz, ich hatte mit 17 oder 18 gerechnet. Bisher dachte ich immer ich wär' ein recht guter Hitzeläufer, aber das heute war der absolute Hammer.

Sonntag, 27. Juni 2010

150er Woche

Puuh, vor dem 100er in Fröttstätt noch mal eine ordentliche Trainingsleistung hingezaubert. Ein guter Rahmen: Das ein-wöchige Betriebsrats-Seminar in Gladenbach bei Marburg. Pünktlich Feierabend und verschiedene Wanderwege (der Längste 16km / 520HM mit Aussichtsturm auf halber Strecke) starten direkt vor der Haustür. Wirklich hübsche Gegend, und das Profil dem Thüringer Wald nicht unähnlich. Ja, und dann, zurück in Friedberg die 7-Tag-Woche mit einem hügligen 35km-Lauf rund gemacht. Jetzt nur noch ein wenig rollen lassen und Kräfte sammeln, dann bin ich beim Ultra wieder bei den Leuten.

Sonntag, 20. Juni 2010

Zu früh geärgert

Die alljährliche Gewissens-Entscheidung "Biel oder Brüder-Grimm-Lauf" ist mal wieder zu Gunsten des Etappenlaufes ausgefallen. Bereits zum 6. Mal stehe ich am ersten Start auf dem Hanauer Marktplatz. Viele bekannte Gesichter; BGL-Läufer sind ihrer Veranstaltung treu. Nach dem Start bleibe ich erst einmal bei meinen Mannschaftskollegen Frank und Thomas, muss aber bald erkennen, das die flotter unterwegs sind als gut für mich wäre. Ich nehme etwas zurück und lasse mich etwas fallen. Mit einem Tempo um 3:50 fühle ich mich wohler um absolviere diese ersten flachen 15,5 Kilometer knapp unter einer Stunde, das ist okay. 13. Platz / 8. M40 hatte ich mir aber nicht so vorgestellt, da sollte man noch dran arbeiten. Die Samstag-Morgen-Etappe ist mit 14 km die Kürzeste, hat aber schon den ersten Berg. Ich reihe mich ungefähr so ein, wie auch gestern, lande aber sogar in der Etappen- als auch in der Gesamtwertung auf dem 15. Platz. Es gibt hier 10-Jahresklassen. Damit ist über die Hälfte des Vorderfeldes in der M40, und ich bin nur auf Platz 11. Wenn ich zur Siegerehrung will, brauche ich den 6. Na, ja, dann eben eher nicht, bleibt mir nur die Hoffnung auf die Mannschaftswertung, bei der es recht gut aussieht, mein Team Passtschon98 liegt nur eine halbe Minute hinter den führenden Yeti-Jägern. Und alle drei Passtschoner beteuern, dass die besten Etappen noch kommen sollen. Zumindest für mich und Frank sollte sich dies bewahrheiten. Die 3. und die 4. Etappe sind sehr hügelig und sehr waldig, dazu sonnig aber nicht allzu warm, so mag ich's am liebsten. Einige gute Flachläufer bekommen dagegen ihre Probleme. Und siehe da: Ich kann auf den letzten Kilometern der dritten Etappe auf Frank (den Yeti-Jäger) auflaufen, und wir geben zusammen Gas bis ins Ziel. Jawoll, endlich eine Top-Ten Platzierung. Und schau her: Plötzlich steht mein Name ein gut Stück weiter vorne in der Liste, es gibt doch noch Hoffnung ... und ab dieser Etappe die dringend benötigte Massage. Sonntag morgen versammeln sich die Läufer auf dem Gelnhausener Marktplatz. Vielen ist etwas anderes als die pure Lauflust ins Gesicht geschrieben. Die Beweglichkeit vieler Starter ist deutlich eingeschränkt. Mir ging es an dieser Stelle schon schlechter, wenn der Startschuss kommt wird es schon wieder laufen. Genau so ist es, ich ordne mich in eine Gruppe mit Top-Ten Läufern ein. Diese entwischen mir an den steileren Stellen zwar ein Stück, aber meine direkte Konkurrenz habe ich deutlich im Griff. Die letzten paar Kilometer gehen nur noch bergab, teilweise unangenehm steil, und das auch noch auf Asphalt. Aber jetzt bin ich auf dem Vormarsch und gebe mir kein Pardon. Ich laufe noch fast auf die beiden Franks vor mir auf, als wir Wächtersbach einlaufen. Mit Spannung erwarte ich die aktuelle Ergebnis-Liste. 11. Platz gesamt und schon der 7. in der M40, nur knapp 20 Sekunden hinter dem 6. platzierten Jochen.
Nun ist allerdings Jochen der bessere Läufer im Flachen, und die letzte Etappe hat nur einen steilen Berg hoch und runter auf den ersten Kilometern, danach passiert Geländetechnisch nichts mehr. Also entscheide ich mich für die Flucht nach vorn. Auf dem ersten flachen Kilometer habe ich Jochen erwartungsgemäß an den Fersen, dann renne ich mit Affenzahn den Berg hoch, und gebe auch abwärts richtig Gas. Als ich wieder ins flache Kinzigtal komme, habe ich einen schönen Vorsprung. Die Situation erweist sich als noch günstiger, da die beiden Franks (der Passtschoner und der Yeti-Jäger) zwischen mir und Jochen liegen. So kann ich die beiden zu mir auflaufen lassen, und wir laufen zu dritt weiter. Zusammen halten wir das Tempo hoch, und irgendwann verliert Jochen komplett den Anschluss. Der Zieleinlauf in Steinau ist immer ein schöner Moment. Zu dritt mit meinen Weggefährten ist nur umso schöner, und für die Siegerehrung auf dem Festplatz verpasst man gerne die erste Halbzeit des Fußballspiels. In der Mannschaftwertung ist es beim 2. Platz geblieben, aber den Sieg gönnen wir den Yeti-Jägern, die selber schon mehrfach 2. waren (davon 1 mal hinter den Yetis) von Herzen.

Sonntag, 30. Mai 2010

Duschen mit der Meisterin

So, jetzt wird wieder geblogt: Den Griesheimer Halbmarathon gab's heute. Mit Hessenmeisterschaft. Also waren reichlich gute Leute am Start, darunter auch etliche Bekannte. Und Tempo-Läufer gab's. Einer für 1:25 stand gleich in der allerersten Reihe. Ich wollte etwas schneller als er laufen, stellte mich aber bescheiden lieber ein paar Reihen weiter hinten auf. Mit dem Startschuß galoppiert natürlich alles wie blöde los, nach ein paar hundert Metern muss ich mich erst einmal zur Disziplin rufen - Ich will hier schließlich nicht auf Bestzeit laufen, und wir werden noch ordentlich mit dem Wind zu kämpfen haben. Stefan, der sich an den Tempo-Läufer halten will überholt mich, ich sach noch: "der iss zu schnell", aber auf mich hört ja keiner. Nach der ersten kleinen Runde, geht es dreimal Straße hoch, Straße wieder runter. Das bedeutet Gegenwind-Rückenwind im schönen Wechsel. Ich finde Anschluss an eine Gruppe mit den beiden schnellsten Frauen. Auf der ersten Strecke bin ich mal in der Gruppe, mache stückweise auch mal die Arbeit im Wind, bin ja kein Lutscher. Auf dem Rückweg zieht die Gruppe an. Mmh, Gruppe halten oder eigenes Tempo? Trotz der der Gefahr die nächste Windstrecke allein laufen zu müssen, gehe ich nicht mit. Nach der nächsten Wende komme ich aber schnell wieder an die Gruppe ran, setze mich an deren Spitze, und reisse sie zu meiner eigenen Überraschung komplett auseinander. Bald habe ich nur noch Kerstin in meinem Windschatten. Jetzt fängt es auch noch an zu regnen, und zwar richtig. Binnen Sekunden bin ich komplett durchnässt, nach Minuten steht die Straße derart unter Wasser, dass ich mit meinen "abgefahrenen Slicks" bei jedem Abdruck hin und herrutsche. Von der nächsten Wende sind es nur ein paar Meter zum Ziel... was soll's... nochmal rum und wieder in der Wind. Kerstin ist auch bald fertig, hält sich nur noch direkt hinter mir auf, hält aber wacker das Tempo. Immerhin lässt der Regen auf den letzten Kilometern wieder nach und hört dann ganz auf. Wir sammeln noch einen noch einen Läufer ein, der uns bis zum Ziel begleitet. Dort geben wir uns als Kavaliere und laufen 1 Sekunde hinter der Hessenmeisterin ins Ziel. (Das hätt' ein Mann versuchen sollen!). Die Zeit von 1:20:50 geht vollauf in Ordnung - bei den Bedingungen so wie so

Dienstag, 4. Mai 2010

Homepage und Vulkan

Meine Beiträge im Blog sind derzeit etwas dürftig, weil ich gerade meinen Dienst als Webmaster des Sportvereins aufgenommen habe. Wer gucken mag: www.asc-marathon-friedberg.com . Dabei gibt es schon etwas zu bereichten, wie zum Beispiel die spontane Regeneration des Forerunners, also Abbitte an Garmin. Oder der Sturm auf den Vulkan:
Am letzten Sonntag gab's in Schotten diesen 13,5 Kilometer langen Berglauf auf den Hoherodskopf mit runden 500 HM. Am Anfang bin ich wie üblich nicht mit der Führungsgruppe losgerannt, habe mir aber gemerkt, dass dort jemand mit einem Bayern-München-Trikot mitlief. Der war mein Ziel und meine Motivation. Bei km 5 lief Dennis Mickel zu mir auf, mit dem ich ab da zusammen lief, was wunderbar geklappt hat. An den steileren Stellen habe ich das Tempo hoch gehalten, an flacheren Stellen hat er Betrieb gemacht. So sind wir gleich an dem Bayern-Fan vorbeigeflogen, und etwas später auf ein weiteres Duo aufgelaufen. Dann waren wir einige Zeit als Quartett unterwegs, davon 3 mal "Senioren1". Nur Dennis war jünger. Dennis und ich haben unbeirrt unser Tempo durchgezogen, und zwei Kilometer vor Schluß haben endlich die beiden anderen abgehängt. Das letzte Stück war dann das steilste des ganzen Laufes und ich musste ein wenig rausnehmen. Dennis hat mich noch mal angefeuert, lief dann aber 3 Sekunden vor mir durchs Ziel. Ich hab's ihm gegönnt. Schließlich habe ich den 5. Gesamt- und den zweiten Platz der Sen1 erlaufen, und mit 59:07 auch die, bei diesem Lauf magische 1 Stunden-Grenze unterboten.

Samstag, 24. April 2010

Forerunner, der Dritte

Ich bedanke mich bei der Firma Gamin für einen schönen, gemütlichen Lauf durch den erblühenden Taunus, ohne jeden Gedanken an Zeit, Streckenlänge und Tempo.
Grund dafür ist, dass auch mein dritter Garmin Forerunner 305 seinen Geist aufgegeben hat. Einziger Trost ist, dass noch keines der Teile seinen zweiten Geburtstag erlebt hat, und ich deshalb bisher noch immer schnell und unbürokratisch und vor allen umsonst mit Ersatz versorgt worden bin. Ich frag mich nur, wie die Leute noch daran verdienen wollen.
Klar, benutze mein GPS Gerät intensiver als die meisten anderen Kunden, aber etwas anderes als Laden, Satelliten suchen und Laufen mache ich auch nicht.